AA209 Lagerordnung

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English version

Arbeitsanweisung 209
Revision 06
Stand 24.06.2020
Bearbeiter Giraud

Zweck

Beschreibung der Vorgehensweise beim Einlagern und Entnehmen von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, sowie Halbfertigerzeugnissen.

Anwendung

Betrifft die RHB-/HFE-Lager des IMT

Begriffe und Abkürzungen

Begriffe

Nicht belegt

Abkürzungen

AC-KA Administration, Controlling und Mitarbeiter - Kaufmännische Abwicklung
CTE-MB Core Technologies - Mechanische Bearbeitung
EVM-MW Einkauf, Verkauf und Materialwirtschaft
FiFo first-in-first-out
HFE Halbfertigerzeugnisse
MHD Mindesthaltbarkeitsdatum
SCC Steinbuch Centre for Computing
RHB Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
WEP Wareneingangsprüfung

Beschreibung

Die IMT-RHB-/HFE-Lager sind in Teil-Lager strukturiert:

  • RHB-Lager I:
Säuren, Laugen, org. Stoffe
  • RHB-Lager II:
Gase
  • RHB-/HFE-Lager III:
Sonstiges
  • Gaslager (Bau 321):
Gase
  • Halbzeuglager:
Metallhalbzeuge

Alle Teil-Lager sind abschließbar. Bei allen Teil-Lagern, außer dem Halbzeuglager, liegt die Verantwortung für Beschaffung und Überwachung bei AC-KA. Bei dem Halbzeuglager liegt die Verantwortung bei CTE-MB.

Technisches Umfeld

Das Säure-/ Lösungsmittel-Lager (RHB-Lager I) in KIT-Bau 318 ist für einen erforderlichen Luftwechsel mit einer Zu- und Abluftanlage ausgerüstet. Das Lager ist mit einer Temperaturregelung (vgl. SP590.xx) ausgestattet, um die erforderlichen Höchst- und Mindesttemperaturen bei der Lagerung einzuhalten.

Der Lagerraum ist in 3 Abschnitte eingeteilt:

Abschnitt A für lösungsmittelhaltige (brennbare Flüssigkeiten) oder sonstige organische Chemikalien
Abschnitt B für anorganische Chemikalien (Säuren und Laugen)
Abschnitt C (Gefahrstofflagerschrank) für sehr giftige Chemikalien

Der Boden des Raumes ist komplett mit vom Gewerbeaufsichtsamt zugelassenen Sicherheitsauffangwannen und Gitterrosten ausgelegt. Die Gitterroste sind aus Edelstahl (für lösungsmittelhaltige Chemikalien, Säuren und Laugen geeignet) gefertigt. Auf den Gitterrosten stehen Regale aus Stahlblech. Jeder Regalboden ist zusätzlich mit einer eigenen Wanne aus Edelstahl ausgerüstet und mit der SP-Nr. der einzulagernden Chemikalie beschriftet.

Ein zusätzlich an der Wand installierter Gefahrstofflagerschrank bildet ein eigenes Teil-Lager für sehr giftige Chemikalien. Dieser Schrank wird verschlossen gehalten.

Die Gesamtmenge der eingelagerten Chemikaliengebinde orientiert sich an:

  • der von der einschlägigen Aufsichtsbehörde genehmigten Menge
  • dem Bedarf von CTE für einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen
  • der Traglast der aufgebauten Regale


Ein Gaslager (RHB-Lager II) befindet sich im KIT-Bau 314 und ein weiteres vor KIT-Bau 321. Das Gaslager im Bau 314 weist drei gekennzeichnete Abschnitte auf, die als Abstellflächen für jeweils volle, leere und für den Gebrauch gesperrte Gasflaschen dienen. Das Gaslager bei Bau 321 verfügt über vier Abstellflächen. Alle Gasflaschen sind gegen Umfallen gesichert. Ein Transportwagen für Gasflaschen befindet sich ebenfalls im Lager.

Das Lager für sonstige Lagermaterialien (RHB-Lager III) ist ein Bereich in Raum 123 (KIT-Bau 307) ohne besondere technische Ausrüstungen. Auf gekennzeichneten Regalböden sind diverse Lagerartikel für spezielle Reinraumarbeitsplätze (Überschuhe, Reinraumanzüge, Handschuhe, staubarmes Papier, usw.), sowie Verpackungsmaterialien für spezielle Verpackungen gelagert.

Ein Sperrlager für angelieferte RHB befindet sich in Raum 122 (KIT-Bau 307). Hierbei handelt es sich um zwei gekennzeichnete Abstellflächen „Sperrlager 1" für ungeprüfte Ware und „Sperrlager 2" für die bei der Prüfung zurück gewiesene Ware.

Das Halbzeuglager befindet sich in Raum 106 (KIT-Bau 301) und ist mit entsprechenden Regalen ausgerüstet. Auf den Regalböden werden die Metallhalbzeuge gelagert.

Das Büromateriallager ist ein Bereich (roter Schrank) in Raum 123 (KIT-Bau 307) ohne besondere technische Ausrüstungen. Die verschiedenen Büromaterialien haben einen festen Lagerplatz in diesem Schrank.

Organisatorische Gegebenheiten

Betrifft alle Lager:

Verantwortlich für die Einhaltung dieser Lagerordnung ist der Lagerverantwortliche bzw. sein Stellvertreter (siehe PZ 8.4). Der Lagerverantwortliche oder sein Stellvertreter lagern die bei der WEP freigegebenen RHB und HFE ein und aus. Der Lagerverantwortliche und sein Stellvertreter der RHB-Lager I und RHB-Lager II sind hinsichtlich des Umgangs mit Gift- und Gefahrstoffen geschult.

Die gelagerten RHB und HFE sind in der Liste QS-Nr.: LI510.xx erfasst (Ausnahme: Büromateriallager und Halbzeuglager).

Die Lagerbestandsführung erfolgt mit Hilfe des SAP-Systems (Ausnahme: Büromateriallager und Halbzeuglager). Jede Lagerware (RHB/HFE) hat ihre eigene Stammsatznummer, in der u.a. der Lagerplatz und ggf. der Meldebestand für die Disposition enthalten ist. Bei der Festlegung der Meldebestände werden die benötigten Lieferzeiten berücksichtigt. Die Lagerbestandsführung erfolgt wert- und mengenmäßig.

Die Entnahme von RHB und HFE erfolgt nach dem „FiFo"-Prinzip. Bei mit einem Verfallsdatum gekennzeichneten RHB hat bei der Entnahme das Verfallsdatum Priorität vor dem „FiFo-Prinzip".

Die Einlagerung von neu freigegebenen RHB geschieht derart, dass ggf. noch vorhandene Restbestände erkennbar nach vorn gestellt und zunächst entnommen werden können.

Einlagerung

Betrifft RHB-Lager I, RHB-Lager II, RHB-Lager III und Gaslager (Bau 321):

Voraussetzung für die Einlagerung von RHB ist eine WEP mit positivem Ergebnis. Die Vorgehensweisen beim Wareneingang und bei der Wareneingangsprüfung sind in der Arbeitsanweisung QS-Nr.: AA904.xx geregelt.

Während der WEP verbleibt die angelieferte Ware im Sperrlager. Die bei der WEP freigegebenen RHB/HFE erhalten einen grünen Aufkleber mit Angabe der SP-Nr., WEP-Nr. und dem Anlieferdatum. Ggf. wird dieser noch um das Verfallsdatum und die Mengeneinheit erweitert.

Die WE-Buchung von freigegebenen RHB wird im SAP-System vorgenommen, unabhängig davon, ob der einzulagernden Ware eine Bestellung des Zentraleinkaufs zu Grunde liegt oder nicht. Durch die WE-Buchung werden die Lagerbestände wert- und mengenmäßig fortgeschrieben. Die Dokumentation der WE-Buchung erfolgt durch den mittels des SAP-Systems erstellten Beleg. Die WE-Dokumente (Wareneingangsschein, Lieferschein, etc.) werden bei AC-KA archiviert.

Lagerentnahme

Betrifft RHB-Lager I, RHB-Lager II, RHB-Lager III und Gaslager (Bau 321):

Die RHB-/HFE-Entnahme aus dem Lager wird durch die WA-Buchung im SAP-System und durch den Ausdruck des SAP-Materialentnahmescheins dokumentiert. Der Warenempfänger bestätigt durch Unterschrift auf dem SAP-Materialentnahmeschein den Erhalt der Ware. Bei Chemikalien muss zusätzlich eine Unterschrift geleistet werden, in der bestätigt wird, dass man im Umgang mit Gefahrstoffen geschult ist.

Wird nach Lagerentnahme der vorgeschriebene Sollwert für den Mindestbestand unterschritten, veranlasst AC-KA den erforderlichen Nachbezug (über SAP oder Leistungsanforderung (LA)).

Haltbarkeit von Chemikalien

Chemikalien mit zeitlich begrenzter Haltbarkeit werden als Chargen eingelagert. Bei jeder Charge wird bei der WE-Buchung das MHD eingetragen. Mit Hilfe des SAP-Systems werden die Chargen hinsichtlich der Restlaufzeit ihres MHD überwacht. Im Falle der Überschreitung des Verfalldatums werden die betroffenen Chemikalien entweder

a) mit einem „Gesperrt“-Aufkleber gekennzeichnet (sie werden nur in speziell begründeten Fällen für eine Verwendung für FuE-Zwecke zur Verfügung gestellt)
oder
b) als Lagerabgang durch eine WA-Buchung registriert (Beantragung bei FIMA) und mit entsprechender Kennzeichnung zur Entsorgung bereitgestellt und entsorgt.

Inventur

Betrifft RHB-Lager I, RHB-Lager II, RHB-Lager III und Gaslager (Bau 321):

Der Abgleich der Bestandsdaten im SAP-System mit den tatsächlich vorhandenen Mengen erfolgt durch eine laufende Bestandskontrolle, die sich über das gesamte Jahr erstreckt (permanente Inventur). Dabei werden unterschiedliche Artikelgruppen kontrolliert, so dass am Ende des Jahres der komplette Bestand einer Inventur unterzogen wurde.

Arbeitsablauf:

  • Im SAP-System werden Inventurlisten mit jeweils 14 Positionen erzeugt (EVM-MW).
  • Alle eingelagerten RHB und HFE werden entsprechend der Inventurlisten gezählt.
  • Die ermittelten Bestände werden auf den Inventurlisten dokumentiert und in das SAP-System übertragen.
  • Das SAP-System vergleicht die bei der Zählung ermittelten Bestände mit den aktuellen Beständen des Systems.
  • Sind Differenzen aufgetreten, wird der Lagerbestand nochmals gezählt.
  • Ändert sich die gezählte Menge nicht, wird der gezählte Bestand als Lagerbestand übernommen und eine Korrekturbuchung von EVM-MW durchgeführt.

Die Kopien der Inventurlisten und der SAP-Listen mit den ermittelten Differenzen sowie die Belege der Korrekturbuchungen werden bei AC-KA archiviert.

Arbeitssicherheit

Im ChemA sind in der Regel für jeden gelagerten Gefahrstoff Sicherheitsdatenblätter frei verfügbar, denen folgendes zu entnehmen ist:

  • Wie wird die Ware transportiert?
  • Wie wird die Ware gelagert?
  • Wie gefährlich ist die gelagerte Ware?
  • Was ist bei einem Unfall zu tun?

Jeder Mitarbeiter, der im RHB-Lager I, RHB Lager II und Gaslager (Bau 321) arbeitet, ist verpflichtet, diese Datenblätter zu lesen und die darauf vermerkten Sicherheitsvorschriften zu beachten.

Mitgeltende Unterlagen

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Betriebsstoff, Büromateriallager, ChemA, Gaslager, Halbfertigerzeugnis, Halbzeuglager, HFE-Lager, Hilfsstoff, RHB-Lager, Rohstoff, Sperrlager